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Ich freue mich über Ihr Interesse an der "Kostbaren Geschichte vom Glücklichsein".
Die Übersetzung ist noch im Entstehen und wird laufend fortgesetzt.

Das Srimad Bhagavatam


Das "Srimad Bhagavatam" gilt als das bedeutendste und umfassendste indische Buch heiliger Geschichten. In der heute vorliegenden Fassung soll es aus dem 9. oder 10. Jh. unserer Zeitrechnung stammen. Als Verfasser wird Vyasa genannt.
Dieses Buch erfüllt mich mit solcher Begeisterung, dass ich angefangen habe daraus zu übersetzen. Das ist für mich die intensivste Form der Beschäftigung mit einem Text.
Es ist eine Liebhaber-Übersetzung, keine akademische oder professionelle.
Sie hält sich an den Sanskrit-Originaltext.

„Der Glückliche“ ist die Bezeichnung für die Wirklichkeit, nicht als unpersönliches Prinzip, sondern in Person, sowie für die Inkarnationen dieser transzendenten Person, z.B. als Rama oder Krishna.
Auch die Verehrer dieser Person und ihrer Inkarnationen und das Buch der Erzählungen werden „glücklich“ genannt.
Sanskrit "Bhagavan" kann wiedergegeben werden mit: Gesegneter, Erhabener, Gott, Herr, Glücklicher, Verehrungswürdiger, Liebenswerter.
Ich übersetze mit "der Glückliche", weil dieser Begriff allgemein akzeptiert ist, unabhängig von Auffassung oder Religion. Jeder kann sich unter "glücklich" etwas vorstellen, jeder möchte es sein, und jeder merkt selbst, ob er es ist.
"Srimad" finde ich wiedergegeben mit: schön, reich, wertvoll.
Darum nenne ich meine Übersetzung des Srimad Bhagavatam
Die kostbare Geschichte vom Glücklichsein

Freitag, 18. November 2011

4.9. Dhruva kehrt heim aus dem Walde

1. Maitreya sprach: Da die Götter nun von aller Furcht befreit waren, erwiesen sie dem Herrn der großen Schritte (Vishnu) Ehre und kehrten in ihre drei Welten zurück. Auch der Herr mit den tausend Gesichtern (Vishnu) verließ die Stätte und begab sich auf dem Rücken des Vogels Garuda in den Wald Madhuvana, um seinen Diener (Dhruva) zu aufzusuchen.

2. Dieser bemerkte, dass die Manifestation, welche er als Frucht seiner intensiven Yoga-Praxis im Herzens-Lotos geschaut hatte und die leuchtete wie der Blitz, von einem Augenblick zum anderen verschwand. In der selben Gestalt sah er sie statt dessen außerhalb von sich.

3. Als er den Herrn auf sich zukommen sah, wurde der Junge von großer Ehrfurcht erfüllt. Er warf sich in Verehrung vor ihm nieder, und sein Körper lag ausgestreckt auf der Erde wie ein Stück Holz. Ihm war, als ob er ihn mit seinen Augen tränke, mit seinem Munde küsste und mit seinen Armen umarmte.

4. Der Herr, der in den Herzen aller wohnt, merkte, dass Dhruva nicht wusste, wie er ihn mit den rechten Worten preisen sollte. Da berührte er in seiner Gnade die Stirn des Jungen mit der Muschelschale, so dass dieser, mit gefalteten Händen vor ihm stehend, Gebetsworte im Geiste der Veden sprechen konnte.

5. Indem er bedachsam die rechten Worte fand und sie in liebender Hingabe an den Herrn aussprach, ging ihm umfassendes Verstehen des transzendenten All-Selbst auf, in welchem er, Dhruva, fest gegründet war. Sein Ruhm sollte sich weit verbreiten und ein Stern seinen Namen tragen.

6. Dhruva sprach: O Glücklicher, du höchste Person, lass mich dir Ehre erweisen! Du durchdringst mich als die universelle Schöpfermacht und erneuerst durch deine Kraft meine Worte und auch die Lebenskraft meines Körpers mit Händen, Füßen und Gliedern, Ohren, Haut und allem.

7. O Glücklicher, du bist fürwahr Einer. Und doch erschaffst du in deiner grenzenlosen schöpferischen Allmacht, Maya genannt, die materielle Welt mit den Gunas, dem kosmischen Ei und allem anderen. Dann trittst du als das All-Selbst in das Vielfältige, durch die Eigenschaften Entstehende ein und erscheinst wie Feuer im Holz.

8. O Herr, du verliehst dem Schöpfer Brahma, welcher dir hingegeben war, die Gabe, das (zu erschaffende) Universum zu schauen wie jemand, der vom Schlafe erwacht ist. Deine Lotosfüße sind die Zuflucht derer, die Befreiung suchen. Wie könnte ein verständiger Mensch deiner vergessen, o Freund der Notleidenden?

9. Du bist der Wunschbaum, der Befreiung von Geburt und Tod gewähren kann. Jene haben fürwahr durch deine Maya den Verstand verloren, die dich um anderer Ziele willen verehren und Sinnengenuss für diesen todgeweihten Körper wünschen. Sinnliche Vergnügungen sind auch in der Hölle zu finden.

10. O Herr, die Glückseligkeit, welche der sterbliche Mensch gewinnt, indem er über deine Lotosfüße meditiert oder deine Verehrer von dir erzählen hört, ist wirklich. Im unpersönlichen Brahman gibt es keine Glückseligkeit und erst recht nicht in persönlicher Größe. Was anders geschieht jenen, die in Flugkörpern die himmlischen Welten umrunden, als dass sie am Ende vom Tode getroffen dort herunterfallen?

11. O Grenzenloser, bitte lass mich immerdar dir in Liebe dienen in Gemeinschaft mit deinen großen Verehrern, welche reinen Herzens sind! So werde ich mit Leichtigkeit den schrecklichen, höchst gefahrvollen Ozean der materiellen Existenz durchqueren können, denn ich bin süchtig nach dem Nektar der Erzählungen über dich.

12. O Herr, wer Gemeinschaft pflegt mit Menschen, welche dich, den Herrn des Lotos-Nabels, und den Duft deiner Lotos-Füße im Herzen tragen, der vergisst, was anderen so sehr teuer ist: den sterblichen Leib und alles, was mit ihm zu tun hat wie Frau, Söhne, Freunde, Haus und Reichtum.

13. O Ungeborener, ich wusste, dass die verschiedenen Wesen wie Säugetiere, Bäume, Vögel, Reptilien, Götter, Dämonen und Menschen, seien sie im manifesten oder im nicht manifesten Zustand, aus dem kosmischen Ei hervorgehen und sich im Universum verbreiten kraft deiner schöpferischen Energie durch verschiedene Ursachen. Deine transzendente Gestalt, o Höchster, kannte ich aber noch nicht. Nun, da ich sie erblicke, kommt alles Verstandeswissen an ein Ende.

14. Du bist die höchste Person, welche am Ende der Zeiten das ganze Universum zurücknimmt ihn ihren Leib und sich, in Betrachtung ihrer selbst versunken, zur Ruhe legt im Schoße der Urschlange. Aus dem Ozean ihres Nabels entsprießt dann von neuem aus einem goldenen Samen der Lotos, in dessen Blüte Brahma, der Schöpfer, thront. Dir, dem Glücklichen, erweise ich Ehre.

15. O Glücklicher, du bist das All-Selbst, auf ewig frei, rein und wissend, die wandellose ursprüngliche Person, der Herr der drei Gunas. Du bist der ständige Zeuge, unter dessen Blick sich alle Aktivitäten der Intelligenz abspielen. Du bist der Erhalter des Universums und der Genießer aller Opfer und wirst doch davon nicht berührt.

16. In dir sind die Polaritäten gleichermaßen manifestiert, wie zum Beispiel Wissen und Unwissenheit, und von dir gehen beständig die verschiedenen Energien aus, welche das Universum schaffen. Du bist das eine, grenzenlose Brahman und zugleich die ursprüngliche, ganz und gar selige, wandellose Person. Dir erweise ich meine Verehrung.

17. O Herr, deine Lotosfüße sind der einzig wahre Segen. So bist du für deine Verehrer das höchste Gut in Person. Du erhältst auch die Hilflosen, o Herr, und daher eilst du mir mit deiner Gnade zur Hilfe, o Glücklicher, wie eine Kuh ihrem Kalb.

18. Maitreya sprach: Da der Glückliche auf diese Weise in reiner Absicht und vollkommener Erkenntnis gepriesen worden war, schaute er liebevoll auf seinen Verehrer (Dhruva) und lobte ihn mit den folgenden Worten:

19. O Königssohn, du hast ein glückbringendes Gelübde abgelegt. Ich kenne die Entschlossenheit deines Herzens und gewähre dir das Gut, welches du begehrst, obgleich es sehr schwer zu erlangen ist.

20. –21. Mein lieber Junge, du sollst einen Platz einnehmen, welchen niemand vor dir inne hatte. Du wirst einen Stern regieren mit Namen Dhruva, welcher strahlend leuchtet. Er ist der zentrale Pol, um den die Planeten, Sternbilder, Sonnen und alle Himmelskörper kreisen, wie Bullen (zum Korndreschen) an einen Pfahl gebunden im Kreise laufen. Der Polarstern ist unbeweglich und überdauert die Auflösung am Ende dieses Weltalters. Auch die Planeten, welche von den Weisen in den Wäldern wie Dharma, Agni, Kasyapa und Sukra regiert werden, umrunden deinen Stern in rechter Richtung zusammen mit allen anderen Sternen.

22. Wenn dein Vater sich in den Wald zurückzieht, wird er dir die Herrschaft übergeben und du wirst die Welt 36.000 Jahre lang regieren als Beschützer der Rechtschaffenheit, ohne dass deine Sinneskräfte nachlassen.

23. Dein Bruder Uttama wird auf der Jagd zu Tode kommen, und seine Mutter wird, von Sinnen vor Schmerz, in den Wald laufen, um ihn zu suchen. Dort wird sie in einen Waldbrand geraten.

24. Du wirst mich, das Herz aller Opfer, durch viele Opfer verehren und sehr große Mildtätigkeit üben. So wirst du in deinem Leben wahre Segnungen genießen und im Tode dich meiner erinnern.

25. Danach wirst du in meine Wohnstätte gelangen, die in allen Welten verehrt wird und die sogar höher ist als die Welt der Weisen. Von dort wirst du nie mehr zurückkehren.

26. Maitreya sprach: Als der Glückliche dem Knaben seine eigene Wohnstätte verheißen hatte, lobte und verehrte dieser ihn. Dann kehrte er vor den Augen Dhruvas auf dem Vogel Garuda in sein Reich zurück.

27. Auch Dhruva kehrte nach Hause zurück. Obgleich er durch die Verehrung der Lotosfüße Vishnus sein Ziel erreicht hatte, Erfüllung seiner irdischen Wünsche und Befreiung, war er nicht recht zufrieden.

28. Vidura fragte: Warum fühlte sich Dhruva in seinem Inneren nicht erfüllt, obgleich er doch sehr weise war und durch die Verehrung der Lotosfüße des Herrn ihm gefallen und in einem einzigen Leben die höchste überhaupt mögliche Stellung erlangt hatte?

29. Maitreya antwortete: Dhruvas Herz war von den Pfeilen der harten Worte seiner Stiefmutter durchbohrt worden, und er hatte dieses nicht vergessen, als er die Füße des Herrn der Befreiung verehrte. Er hatte nicht Befreiung gesucht, und darum überkam ihn jetzt Reue.

30. Drhuva sprach zu sich selbst: Selbst die vier Kumaras, welche sehr weise waren und in vollkommener Enthaltsamkeit lebten, erlangten das höchste Ziel nicht in einem einzigen Leben. Ich jedoch erreichte die Zuflucht der Lotosfüße des Herrn in nur sechs Monaten. Dann aber fiel ich wieder hinaus, da mein Geist auf etwas anderes gerichtet war.

31. O Weh! Ich Unglücklicher! Was habe ich versäumt! Ich durfte den Lotosfüßen des Herrn begegnen, der von der materiellen Gebundenheit befreit, und ich bat um Vergängliches!

32. Meine Intelligenz war getrübt durch den Neid der Götter, die nicht für immer in ihrer Himmelswelt bleiben können, und so konnte ich die Wahrheit der Worte Naradas nicht einsehen, ich elender Tor.

33. Ich Träumender suchte Zuflucht bei der göttlichen Illusion. Die Klage in meinem Herzen kam aus der Täuschung der Getrenntheit: ich klagte, weil ich meinen Bruder für meinen Feind hielt, obgleich das eine unwissende Anschauung ist.

34. Nachdem ich dann durch Askese die Gnade des All-Selbst, des Herrn, der von der materiellen Gebundenheit befreit, erlangt hatte, was äußerst schwer zu erreichen ist, bat ich Unglücklicher um Materielles. Das ist so nutzlos als ob man einen Toten heilen wollte.

35. O Weh! In meiner Torheit und geringen Frömmigkeit bat ich den Geber aller Gaben, als er mir das Seine anbot, um das, was ich selber im Sinne hatte. Das ist wie wenn ein armer Mann einen großen Herrscher um etwas Spreu vom Reis bäte.

36. Maitreya sprach: Mein lieber Vidura, Menschen wie du, die sich sehnen nach dem Staube von den Lotosfüßen des Herrn der Befreiung, wünschen sicherlich niemals etwas anderes, als ihm zu dienen ohne Eigennutz. Mit dem, was von selbst daraus entspringt, fühlen sie sich reich beschenkt.

37. Als König Uttanapada hörte, dass sein Sohn zurückkehrte, kam es ihm vor wie eine Rückkehr vom Tode. Er konnte gar nicht glauben, das ihm, dem Unglücklichen, ein solches Glück widerfuhr.

38. Da er aber den Worten Naradas vertraute, war er überwältigt von Glück und beschenkte in seiner Freude den Überbringer der Nachricht mit einer sehr wertvollen Perlenkette.

39.-40. Er bestieg seine goldverzierte, von den besten Pferden gezogene Kutsche und eilte in Begleitung von Brahmanen und den Ältesten der Familie und umgeben von Ministern, Freunden und Verwandten bei den Klängen von Muschelhörnern, Kesselpauken, Flöten und vedischen Gesängen seinem Sohn entgegen, voller Begierde ihn wiederzusehen.

41. Suniti und Suruci, die beiden Gemahlinnen des Königs, bestiegen zusammen mit Uttama (seinem anderen Sohn) eine goldverzierte Sänfte und schlossen sich dem Zug an.

42.-43. Als der König Dhruva erblickte, wie er aus einem nahe gelegenen Wäldchen heraustrat und auf ihn zu kam, sprang er sofort aus der Kutsche, eilte auf den Sohn zu, um den er sich so lange gesorgt hatte, und umarmte ihn schwer atmend, überwältigt von Liebe. Die Berührung mit den Lotosfüßen des Herrn hatte dessen endlose Gebundenheit an die Sündhaftigkeit zerstört.

44. Nun war der sehnliche Wunsch des Königs erfüllt. Er sog immer wieder den Duft vom Haupte seines Sohnes ein und benetzte es mit dem kühlen Wasser seiner Augen (Freudentränen gelten als kühl, Schmerzenstränen als heiß).

45. Dann warf sich Dhruva, der Erste unter den Edlen, respektvoll seinem Vater zu Füßen und nahm seine Segensworte entgegen. Er neigte sein Haupt auch vor seinen beiden Müttern.

46. Suruci (seine Stiefmutter) nahm ihn auf, als er sich zu ihren Füßen neigte, umarmte den Jungen und sprach mit tränen-erstickter Stimme zu ihm: Mögest du lange leben!

47. Einer, der durch seine Eigenschaften die Gunst des Glücklichen erlangt hat, wird von allen lebenden Wesen verehrt und mit Freundlichkeit und Liebe behandelt, so wie Wasser von selbst abwärts fließt.

48. Auch Uttama und Dhruva umarmten einander überwältigt von Zärtlichkeit. Ihre Haare stellten sich auf, und sie benetzten einander immer wieder mit Strömen von Tränen.

49. Als Suniti (Dhruvas leibliche Mutter) ihren Sohn in die Arme schloss, den sie noch mehr liebte als ihr eigenes Leben, und seinen Körper spürte, ließ sie all ihren Kummer gehen und war in Frieden.

50. Heldenhafter Vidura, die Milch von den Brüsten Sunitis, welche einen Helden geboren hatte, begann stetig zu fließen zusammen mit ihren Tränen, und Dhruva wurde ganz und gar davon benetzt. Dieses war ein glückverheißendes Zeichen (Götter werden bei ihrer Einsetzung mit Milch, Joghurt und Wasser gewaschen).

51. Die Leute priesen Königin Suniti: welch ein Glück, dass dein lange verloren geglaubter Sohn nun zurückgekehrt ist! Er wird der Beschützer des Erdenrunds sein und deinen Kummer beenden.

52. Du musst fürwahr den Glücklichen verehrt haben, der die ihm Hingegebenen aus allem Elend befreit. Wer standhaft immerzu über ihn meditiert, der überwindet den Tod, was äußerst schwer zu erreichen ist.

53. Nach diesen Lobpreisungen durch das Volk hob der König Dhruva und seinen Bruder auf den Rücken einer Elefantenkuh, und unter Jubelrufen und Ruhmesbezeigungen kehrten sie in die Hauptstadt zurück.

54. Die Stadt war festlich dekoriert mit glänzenden Toren, welche in der Form von Haifischen gestaltet waren, und mit Säulengängen aus Bananenstauden mit Blüten- und Fruchtständen, jungen Betel-Nuss-Bäumen und Ähnlichem.

55. Jedes Tor war geschmückt mit Mango-Blättern, Tüchern, Blumengirlanden und Perlenschnüren, und überall gab es Wasserschalen und brennende Leuchten.

56. Die Stadtmauern mit ihren Toren und die Paläste waren über und über mit Gold schön verziert , und ihre Kuppeln glitzerten wie die Flugkörper der Himmelsbewohner.

57. Die Plätze, Straßen, Gassen und Sitzbänke waren gründlich gereinigt und mit Sandelholz-Wasser besprengt. Überall waren reichlich glückbringende Opfergaben ausgelegt wie Reis, Gerste, Blumen, Früchte und Betelnüsse.

58.-59. Als die Frauen in der Hauptstadt Dhruva auf dem Wege erblickten, ließen sie vielerorts mit liebevollen Segensworten weißen Senfsamen, Gerste, Joghurt, Wasser, junges Gras, Blüten und Früchte auf ihn herab regnen. Begleitet von den lieblichen Gesängen der guten Frauen betrat er den Palast seines Vaters.

60. Dhruva lebte dann in diesem herrlichen Palast, welcher reich geschmückt war mit den kostbarsten Edelsteinen, als der Liebling seines Vaters. Es erging ihm wie den Göttern im Himmel.

61. Dort gab es sehr kostbare goldene Sitzmöbel, und die Betten waren aus goldverziertem Elfenbein mit Kissen wie Milchschaum.

62. Die Wände des Palastes waren aus Marmor mit eingelegten kostbaren Smaragden. Die Beleuchtung kam von Lampen aus Edelstein, getragen von weiblichen Figuren aus Juwelen.

63. Auch die Gärten waren sehr schön. Dort wuchsen Bäume aus den himmlischen Gefilden, in welchen Paare von Vögeln sangen und Hummeln wie trunken umher summten.

64. Smaragdene Treppen führten zu Seen voller weißer und blauer Lotosblumen und Lilien, bewohnt von Schwänen, Enten, Gänsen und Kranichen.

65. Der weise König Uttanapada war äußerst erfreut, zu sehen und zu hören, welch eine wunderbare Ausstrahlung sein Sohn hatte, und es war für ihn im höchsten Maße erstaunlich.

66. Als Dhruva die Volljährigkeit erreicht hatte und der König sah, wie das Volk ihn liebte und auch die Minister ihn billigten, setzte er ihn als Herrscher der Erde ein.

67. Da er selber fortgeschrittenen Alters war, hielt König Uttanapada es für richtig, sich in den Wald zurückzuziehen und in der Einsamkeit über den Pfad zum Selbst nachzusinnen.

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