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Ich freue mich über Ihr Interesse an der "Kostbaren Geschichte vom Glücklichsein".
Die Übersetzung ist noch im Entstehen und wird laufend fortgesetzt.

Das Srimad Bhagavatam


Das "Srimad Bhagavatam" gilt als das bedeutendste und umfassendste indische Buch heiliger Geschichten. In der heute vorliegenden Fassung soll es aus dem 9. oder 10. Jh. unserer Zeitrechnung stammen. Als Verfasser wird Vyasa genannt.
Dieses Buch erfüllt mich mit solcher Begeisterung, dass ich angefangen habe daraus zu übersetzen. Das ist für mich die intensivste Form der Beschäftigung mit einem Text.
Es ist eine Liebhaber-Übersetzung, keine akademische oder professionelle.
Sie hält sich an den Sanskrit-Originaltext.

„Der Glückliche“ ist die Bezeichnung für die Wirklichkeit, nicht als unpersönliches Prinzip, sondern in Person, sowie für die Inkarnationen dieser transzendenten Person, z.B. als Rama oder Krishna.
Auch die Verehrer dieser Person und ihrer Inkarnationen und das Buch der Erzählungen werden „glücklich“ genannt.
Sanskrit "Bhagavan" kann wiedergegeben werden mit: Gesegneter, Erhabener, Gott, Herr, Glücklicher, Verehrungswürdiger, Liebenswerter.
Ich übersetze mit "der Glückliche", weil dieser Begriff allgemein akzeptiert ist, unabhängig von Auffassung oder Religion. Jeder kann sich unter "glücklich" etwas vorstellen, jeder möchte es sein, und jeder merkt selbst, ob er es ist.
"Srimad" finde ich wiedergegeben mit: schön, reich, wertvoll.
Darum nenne ich meine Übersetzung des Srimad Bhagavatam
Die kostbare Geschichte vom Glücklichsein

Dienstag, 16. August 2011

3.8. Die Manifestation Brahmas

1. Maitreya sprach: Fürwahr, die Nachkommen König Purus, unter denen auch du geboren bist, sind würdige Diener der Verehrer Gottes, denn sie sind in besonderer Weise dem Glücklichen hingegeben. Die Kette der Taten des Unbesiegbaren erstrahlt bei jedem Erzählen in immer neuem Glanz.

2. Lass mich also beginnen die kostbare Geschichte vom Glücklichsein zu rezitieren, welche der Glückliche selbst direkt zu den Weisen gesprochen hat. Sie macht dem Zustand ein Ende, in dem die Menschen sich selbst in sehr großes Leiden verstricken, um nur wenig Glück zu gewinnen.

3. Die selben Fragen nach der Wahrheit, die du mir stellst, wurden auch der Gottheit Sankarsana, einer Ausprägung des Glücklichen, welche am Grunde des Universums sitzt in unbeirrbarer Erkenntnis, gestellt von den vier kindlichen Weisen unter der Führung Sanat Kumaras.

4. Sankarsana hatte seinen Blick nach innen gewendet auf jenen, der als der Sohn Vasudevas (Krishna) verehrt wird. Um die göttlichen Weisen zu lehren, öffnete er ein wenig seine lotosgleichen Augen.

5. Mit ihrem Haupthaar, das nass war von den Fluten des Ganges (den sie auf dem Wege in die Unterwelt Sankarsanas durchqueren mussten), berührten die Kumaras seine Zuflucht gewährenden Lotosfüße, welche in großer Liebe und mit verschiedenen Opfern von den Töchtern des Schlangenkönigs verehrt werden, wenn sie den Wunsch nach einem Ehegatten erfüllt haben möchten.

6. Die Kumaras verherrlichten ihn immer und immer wieder durch rhythmische Verse mit Worten voller Liebe, denn sie kannten sein Handeln. An den Helmen auf den tausend Häuptern Sankarsanas erglänzten die kostbaren Edelsteine.

7. Sankarasana rezitierte das Bhagavatam für Sanat Kumara, der ein Gelübde der Entsagung getan hatte, und dieser übermittelte es auf sein Befragen dem Weisen Sāńkhyāyana, der ebenfalls durch ein solches Gelübde gebunden war, mein lieber Vidura.

8. Sāńkhyāyana, der große befreite Weise, rezitierte und erklärte das Bhagavatam vor Parasara, meinem geistlichen Lehrer, und vor Brhaspati.

9. Auf Veranlassung des Weisen Pulastya sprach Parasara in seiner Güte die kostbare Geschichte vom Glücklichsein zu mir und ich werde sie für dich rezitieren, mein lieber Sohn, der du mir immer in Treue verbunden bist.

10. Vor der Schöpfung, als die drei Welten unter Wasser lagen, ruhte ER für sich allein im Schlummer, die Augen halb geschlossen, und der König der Schlangen bildete seine Bettstatt. Ohne Wunsch oder Aktivität genoss ER seine eigene Glückseligkeit.

11. ER ruhte im Wasser als seiner ureigenen Wohnstätte wie die Kraft des Feuers im Holz verborgen ist. In seinem transzendenten Körper waren die materiellen Elemente aufgehoben in subtiler Form, bis die Zeit sie mit ihrer Energie beleben würde.

12. Viertausend Yugas (Zeitalter) lang ruhte ER im Wasser als reine Potentialität, bis seine Energie, die auch „Zeit“ genannt wird, in Aktion trat, so dass das Leben sich in fruchtbringenden Handlungen regte. ER sah Seinen Körper als bläulich.

13. Das subtile Objekt, auf welches ER Seine Aufmerksamkeit richtete, wurde durch die Qualität „Leidenschaft“ als Seiner inneren Absicht angeregt, und im Laufe der Zeit entstand dann eine sehr subtile Schöpfung, welche durch Seinen Nabel hindurch seinem Leib entspross.

14. Diese erschien auf einmal in der Gestalt einer Lotos-Knospe, welche aus IHM geboren und durch das Wirken der Zeit erwacht war. Mit ihrem Glanz erleuchtete sie die unermesslichen Wasser wie die Sonne.

15. In diesen kosmischen Lotos trat der Herr ein, und so wurde dieser zur Quelle aller Eigenschaften. Auf ihm erschien die Personifikation der Veden, der Beherrscher des Universums, der aus sich selbst Geborene (Brahma).

16. Als dieser so im Blütenkelch des Lotos auf dem Wasser lag, konnte er keine Welt erblicken. Seine Augen schauten im Raum umher, und entsprechend den vier Himmelsrichtungen bekam er vier Häupter.

17. Brahma genoss den Schutz der tief verwurzelten Lotos-Pflanze, als am Ende des Zeitalters der Wind das Wasser aufwühlte und sich ein Kreis von Wellen um ihn herum bildete. Er staunte über seine Erschaffung und verstand nicht recht, dass er die erste Gottheit war.

18. „Wer bin ich, dass ich hier in der Lotosblüte sitze? Woher kommt der Lotos? Es muss etwas unten im Wasser sein, woraus er entsprossen ist.“

19. In dieser Weise sann er nach. Durch den Stängel des Lotos begab er sich unter Wasser und näherte sich dem Nabel, aus welchem der Stängel entsprossen war. Dennoch erreichte er ihn nicht und verstand trotz tiefem Nachdenken nicht, woher er gekommen war, der aus sich selbst Geborene.

20. O Vidura, unwissend über die Quelle seiner Existenz schaute Brahma das ewige Rad der Zeit, die riesige, dreifach eingefasste Waffe (den Diskus in der Hand des Höchsten; die drei Ränder bedeuten Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft), welche die Menschen mit Furcht erfüllt, da sie ihre Lebenszeit im Körper auf einhundert Jahre verkürzt.

21. Da er sein Ziel nicht erreichen konnte, gab der Gott den Versuch auf (die Quelle seiner Existenz zu ergründen) und kehrte wieder zu seinem Platz in der Lotos-Blüte zurück. Dort setzte er sich sogleich nieder in Meditation. Er kontrollierte den Atem und nahm den Geist in sich selbst zurück.

22. Der aus sich selbst Geborene blieb immer in Meditation. Im Laufe der Zeit entwickelte sich seine Einsicht, und in seinem Herzen manifestierte sich, was er vorher nicht schauen konnte:

23. Auf dem Körper der Schlange Sesha, der wie eine riesige ganz und gar weiße Lotosblume war, als seinem Bett, lag der höchste Herr allein für sich, und der Kopf der Schlange bildete einen Schirm über ihm. Sein Haupt war bedeckt mit Juwelen, deren Glanz die endzeitliche Dunkelheit des Wassers erleuchtete.

24. Das Panorama des Korallenberges mit seinem vom Abendhimmel vergoldeten hohen Gipfel, seinen Wasserfällen und den grünen Pflanzen und Bäumen war nichts im Vergleich zum Anblick des Herrn mit seinen Händen und Füßen, mit seinem Gewand, den Juwelen und der Blumen-Girlande.

25. Sein Körper, der in reicher Schönheit gekleidet war und im Glanze seines vielfältigen Schmuckes erstrahlte, war nur mit seinem eigenen Maß zu messen und barg alle drei Welten in sich.

26. In seiner Gnade zeigte der Herr seine Lotosfüße, die für die Menschen den Gegenstand der Sehnsucht und der Verehrung bilden und ihnen alles Erwünschte gewähren können. Die Nägel seiner Füße und Finger leuchteten wie der Mond und waren schön geformt wie die Blätter der Lotosblüte.

27. Im Lächeln seines Antlitzes antwortete er, der das Leiden der Welt vertreibt, allen, die ihn liebten. Er war geschmückt mit glitzernden Ohrringen, und ihr Strahlen wurde reflektiert auf seinen Lippen und spiegelte sich auf seiner schön geformten Nase und Stirn.

28. Um seine Hüften trug er ein Gewand von safrangelber Farbe wie die Kadamba-Blüte und einen Gürtel. Seine Girlande war von unermesslichem Wert, und seine Brust zierte das glückverheißende Srivatsa-Mal.

29. Seine Arme waren geschmückt mit äußerst kostbaren Ornamenten und Juwelen, und so glich er einem universellen, im Transzendenten wurzelnden Baum mit tausend Ästen, die reiche Früchte trugen. Um seine Schultern wand sich der Schlangenkönig mit seinen Häuptern.

30. Der Glückliche war wie ein Berg, die Wohnstätte aller bewegten und unbewegten Geschöpfe, der aus dem Wasser ragte wie das Kaustubha-Juwel aus einem Ozean von Edelsteinen. Umgeben von den Helmen seines Freundes, des Schlangenkönigs, sah er aus als hätte er tausend goldene Gipfel.

31. So lag der Herr im Wasser in der Gestalt seiner Herrlichkeit, geschmückt mit der üppig duftenden Blumengirlande der Veden, unnahbar für Sonne, Mond, Luft und Feuer in den drei Welten. Umgeben von seinen Waffen war er unverletzlich.

32. In dieser Weise erschaute Brahma, der Gott und Herrscher des Universums, den Nabel des Höchsten, den See darin und die Lotosblume. Er erblickte auch den Ur-Ozean, den Ur-Wind und den Raum und das zu erschaffende Universum. Mehr vermochte er nicht zu schauen.

33. Da überkam Brahma die Leidenschaft, den Samen der früchtetragenden Aktivität zu legen und Lebewesen mit dem Trieb zur Fortpflanzung zu erschaffen. Er richtete seinen Geist auf den verehrungswürdigen, transzendenten Herrn und betete darum, das erschaffen zu können, was er erschaut hatte.

Montag, 1. August 2011

3.7. Weitere Fragen Viduras

1. Der erleuchtete Suka sprach: Als Maitreya so geredet hatte, stellte ihm Vidura, der gelehrte Sohn Dvaipayana Vyasas, höflich weitere Fragen.

2. Vidura sprach: O Brahmane, wie kann es sein, dass der Glückliche, der transzendente, unveränderliche Eine, dennoch seine Spiele in Raum und Zeit spielt, und dass er, der bedingungslos ist, dennoch unter den Bedingungen der Natur handelt?

3. Kinder sind begeistert davon miteinander zu spielen, denn sie haben ein Bedürfnis nach dem Spiel. Aber ist es für jemanden, der in sich selbst erfüllt und ohne Anhaften ist, nicht anders?

4. Der Glückliche ließ durch seine Illusionen erzeugende Kraft das Universum erscheinen unter den Bedingungen der Natur, und durch sie erhält er es und löst es wieder auf.

5. Der Herr ist Bewusstsein, reines Selbst, welches nicht durch Umstände, Zeit, Situation, Traum oder etwas anderes ausgelöscht werden kann. Wie kann es sein, dass er unter den Einfluss der Illusion gerät?

6. Der Glückliche wohnt in den Herzen aller Wesen gleichermaßen. Wie kann es sein, dass er dort Unglück und Leiden erfährt durch zweckgebundene Handlungen?

7. O Gelehrter, die Unwissenheit in diesen Fragen beunruhigt mein Gemüt und bereitet ihm Kummer. Darum, o Herr, befreie bitte meinen Geist von seiner großen Illusion.

8. Der erleuchtete Suka antwortete: Als Maitreya auf diese Art durch Vidura gebeten worden war, der sein Schüler sein wollte, verwunderte sich der im Glücklichen verwirklichte Weise, antwortete dann aber ohne Zögern.

9. Maitreya sagte: Es ist in der Tat ein Widerspruch, wenn man behauptet, der Glückliche könne der Illusion erliegen, oder im höchsten Herrn, dem ganz Freien, gebe es Leiden oder gar Gebundensein.

10. Diese Auffassung ist ohne jeden Sinn, und es erscheint nur jenen so, die das Selbst nicht kennen, so wie ein Unwissender meint, er könne seinen eigenen abgeschlagenen Kopf sehen. (Dieses bezieht sich auf eine Bespiel-Erzählung, in der ein Lehrer einen ungehorsamen Schüler mit der Drohung einschüchtert, er werde ihm den Kopf abschlagen und an der Wand aufhängen, so dass der Schüler ihn sehen könne.)

11. Wie der Mond auf dem Wasser zu zittern scheint, weil sein Spiegelbild von der Bewegung des Wassers geprägt ist, so ist es auch eine Täuschung, dass das Selbst, welches in der Materie erscheint, von ihr beeinflusst sein könne.

12. Diese Täuschung verschwindet nach und nach durch die Gnade des Herrn, des Glücklichen, wenn einer in Losgelöstheit ihm in liebender Hingabe dient.

13. Wenn die Sinne im transzendenten Seher Frieden gefunden haben und im Höchsten aufgehen, dann verschwindet alles Leiden wie bei einem Menschen im Tiefschlaf.

14. Schon das Anhören der Erzählungen über den höchsten Herrn bringt unzählige Kümmernisse zum Verschwinden, und um wie viel mehr ist es so, wenn jemand sich dem dauernden Dienst am Staube von seinen Lotosfüßen hingibt!

15. Vidura sprach: O Herr, mit dem Schwert deiner weisen Worte hast du meine Zweifel über die Transzendenz und die körperliche Erscheinung des Höchsten zertrennt. Du Glücklicher, nun versteht mein Geist voll und ganz.

16. O Gelehrter, alle deine Ausführungen sind zu loben. Dass der Herr selbst den Kräften der Maya unterworfen sei, ist eine haltlose Auffassung ohne Sinn. Der Ursprung von allem, was erscheint, ist der Höchste und nichts außer ihm.

17. Ein unwissender Tölpel und ein Mensch von transzendenter Einsicht genießen beide in dieser Welt Glück. Wer sich aber zwischen beidem befindet, leidet.

18. Ich bin nun überzeugt, dass die Erscheinungswelt ohne Substanz und nicht das Selbst ist. Durch Dienst an deinen Füßen wird es mir möglich sein alle falschen Vorstellungen aufzugeben.

19. Der Dienst an den Füßen des geistlichen Lehrers ist Dienst am Glücklichen, dem Immer-Gleichen, dem Bezwinger des Dämonen Madhu. So entwickelt sich Schritt für Schritt die Freude an ihm bis zur höchsten Ekstase, welche alle Kümmernisse überwindet.

20. Vaikuntha (das transzendente Reich des Höchsten), wo der Herr, welcher über alle Wesen herrscht, von allen Göttern verehrt wird, ist kaum zu erlangen, wenn es auf dem Pfad an Enthaltsamkeit von der Sinnenwelt fehlt.

21. Der Allmächtige schuf im Anfang die Gesamtheit aller Materie und Energie. Durch allmähliche Differenzierung entstand daraus die kosmische Gestalt mit ihren Sinnesorganen. In diese trat der höchste Herr später selbst ein.

22. Die ursprüngliche Person, wie sie genannt wird, in der die Universen mit allen verschiedenen Welten und ihren Bewohnern existieren, hat tausend Füße, Beine und Hände.

23. Du hast mir erklärt, dass es drei Qualitäten gibt, in denen der zehnfältige Lebensatem, die Sinne und die Sinnesobjekte existieren und aus denen sich die vier Ordnungen der Gesellschaft ergeben. Bitte erläutere mir die Gaben und Aufgaben jeder dieser Stände.

24. In ihnen entwickeln sich die einzelnen Familien mit ihren Söhnen und den Söhnen der Söhne und Töchter in spezifischer Weise, und diese Art der Generationenfolge gibt es überall.

25. Wen bestellte der Herrscher über die Schöpfer-Gottheiten als die Väter der Lebewesen (Prajapatis) und welches waren ihre Generationen und Nachfolge-Generationen? Wer waren die Manus und wie war ihre Abfolge im Laufe der Zeitalter?

26. O Sohn Mitras, bitte beschreibe mir auch, welche Welten es oberhalb und unterhalb der Erde gibt und wie sie aussehen, auch ihre Größe und die Größe der Erde.

27. Bitte sprich zu mir auch über die Menschen und die Wesen, welche unter und über ihnen stehen, über die Reptilien und die Vögel, über jene, die aus Embryonen und jene, die durch Transpiration entstehen, über die Zweimalgeborenen und über die Planeten.

28. Beschreibe mir bitte auch freundlicherweise die Aktivitäten der Inkarnationen der drei Qualitäten des Universums: Erschaffung, Erhaltung und Auflösung, und die des höchsten Herrn, des schöpferischen Urgrunds, aus welchem sie hervorgegangen sind.

29. Bitte erläutere auch die vier Schichten der Gesellschaft und die Ordnungen des Lebens, ihre Einteilung, Verhaltensweisen und Merkmale und erzähle von der Geburt und den Taten der Weisen und von der Einteilung der Veden.

30. O mein Herr, welches sind die verschiedenen Arten von Opfern und die Wege des Yoga, der Weisheit, der analytischen Philosophie und der Verehrung, und welches sind ihre Regeln, die zum Glücklichsein führen?

31. Was ist zu sagen über den Pfad des Unglaubens und seine Missverständnisse und über Heirat zwischen verschiedenen gesellschaftlichen Klassen sowie über das Schicksal der lebenden Wesen entsprechend den natürlichen Qualitäten und entsprechend ihren Taten?

32. Welches sind die gemeinsamen Grundlagen von Rechtschaffenheit, Wohlstand, Sinnengenuss und Befreiung sowie die verschiedenen Regeln des Lebensunterhalts und von Gesetz und Ordnung, wie sie in den Schriften dargelegt werden?

33. O Brahmane, erläutere bitte auch die Erschaffung der Vor-Väter und die Vorschriften für ihre Verehrung sowie das System der Planeten, Sterne und der anderen Leuchtkörper und den Zyklus seiner Existenz.

34. Welches sind die Früchte der Mildtätigkeit, der Askese und der Tätigkeit des Brunnen-Grabens? Was sind die Pflichten eines Reisenden und die eines Menschen in Not?

35. O Makelloser, bitte erläutere mir auch, wodurch der Glückliche, der Vater des Rechts und Herr aller Wesen, erfreut und vollkommen zufriedengestellt werden kann.

36. O Bester unter den Zweimalgeborenen, die geistlichen Lehrer in ihrer Güte gegen die Unwissenden erklären ihren Anhängern, Schülern und Söhnen auch das, wonach diese nicht gefragt haben.

37. O glücklicher Weiser, wie viele Auflösungen der Elemente der Schöpfung gibt es und wer wird davor gerettet und kann mit dem Herrn im kosmischen Schlafe ruhen?

38. Was ist die Wahrheit über die Person der lebenden Wesen und die Person des Höchsten? Worin besteht das Wissen der Upanishaden und was ist der Sinn des geistigen Lehrer-Schüler-Verhältnisses?

39. Makellose Weise haben das Wissen um den Höchsten und seine Quelle beschrieben. Wie könnte jemand aus sich selbst (ohne ihre Hilfe) Hingabe und Entsagung erlangen?

40. Alle diese Fragen habe ich dir gestellt, weil ich über die Taten des höchsten Herrn unterrichtet werden möchte. Bitte sprich aus Freundschaftlichkeit zu mir darüber, der ich unwissend und durch die Illusion der Materie geblendet bin.

41. O Makelloser, das Studium aller Veden, Opfer, Entsagung oder Mildtätigkeit sind nicht zu vergleichen mit auch nur einem kleinen Teil des Verdienstes eines Menschen, der einen anderen durch seine Worte von Furcht befreit.

42. Der erleuchtete Suka sprach: Also begann der Vornehmste unter den Weisen dem Vornehmsten unter den Kurus angeregt durch dessen Fragen das Bhagavatam zu rezitieren, und er lächelte dabei vor Freude, denn es bereitete ihm große Befriedigung die Geschichten vom Glücklichen zu erzählen.