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Ich freue mich über Ihr Interesse an der "Kostbaren Geschichte vom Glücklichsein".
Die Übersetzung ist noch im Entstehen und wird laufend fortgesetzt.

Das Srimad Bhagavatam


Das "Srimad Bhagavatam" gilt als das bedeutendste und umfassendste indische Buch heiliger Geschichten. In der heute vorliegenden Fassung soll es aus dem 9. oder 10. Jh. unserer Zeitrechnung stammen. Als Verfasser wird Vyasa genannt.
Dieses Buch erfüllt mich mit solcher Begeisterung, dass ich angefangen habe daraus zu übersetzen. Das ist für mich die intensivste Form der Beschäftigung mit einem Text.
Es ist eine Liebhaber-Übersetzung, keine akademische oder professionelle.
Sie hält sich an den Sanskrit-Originaltext.

„Der Glückliche“ ist die Bezeichnung für die Wirklichkeit, nicht als unpersönliches Prinzip, sondern in Person, sowie für die Inkarnationen dieser transzendenten Person, z.B. als Rama oder Krishna.
Auch die Verehrer dieser Person und ihrer Inkarnationen und das Buch der Erzählungen werden „glücklich“ genannt.
Sanskrit "Bhagavan" kann wiedergegeben werden mit: Gesegneter, Erhabener, Gott, Herr, Glücklicher, Verehrungswürdiger, Liebenswerter.
Ich übersetze mit "der Glückliche", weil dieser Begriff allgemein akzeptiert ist, unabhängig von Auffassung oder Religion. Jeder kann sich unter "glücklich" etwas vorstellen, jeder möchte es sein, und jeder merkt selbst, ob er es ist.
"Srimad" finde ich wiedergegeben mit: schön, reich, wertvoll.
Darum nenne ich meine Übersetzung des Srimad Bhagavatam
Die kostbare Geschichte vom Glücklichsein

Freitag, 20. Mai 2011

3.2. Erinnerung an Krishna

1. Der erleuchtete Suka sprach: Uddahva, der große Verehrer des Glücklichen, konnte nicht sofort antworten, als Vidura ihn nach Neuigkeiten vom Herrn fragte, so groß war seine Erregung und seine Ehrfurcht vor dem Höchsten.

2. Als Kind von fünf Jahren schon wollte er nicht kommen, wenn seine Mutter ihn zum Frühstück rief, denn er war im Spiel völlig in die Verehrung des Herrn vertieft.

3. So wuchs Uddhava in seinem Dienste auf, und mit der Zeit wurde seine Hingabe nicht schwächer. Als Vidura ihn nach dem Herrn fragte, überkam ihn die Erinnerung an seine Lotosfüße.

4. Für einen Augenblick machte ihn der Nektar der Füße Krishnas verstummen. Er war nun ein erwachsener, starker Mann, doch die Liebe zum Herrn war durch die Übung des Bhakti-Yoga so sehr in ihm gewachsen, dass sie ihn jetzt überwältigte.

5. An Uddahvas ganzen Körper bemerkte Vidura Anzeichen von Ekstase, und als er seine Augen wieder öffnete, musste er sich Tränen des Trennungsschmerzes abwischen. Erfülltsein von Liebe brachte seine Augen zum Überlaufen.

6. Allmählich kehrte Uddhava wieder zur Erde zurück aus der Wohnstätte des Glücklichen. Er trocknete seine Tränen und erzählte Vidura voller Liebe aus seinen Erinnerungen.

7. Uddhava sprach: Krishna, die Sonne, ist untergegangen, und mit ihm das Haus seiner Familie, verschluckt von der Schlange der Zeit. Was kann ich da über unser Wohlergehen sagen?

8. Wie unglücklich ist doch diese Welt und besonders die Yadu-Dynastie, denn selbst jene, die mit ihm zusammen lebten, kannten ihn nicht als den Herrn, genauso wenig wie die Fische den Mond kennen.

9. Die Kurus waren sehr bewandert in der Weisheit und erfahren im Transzendenten, und sie durften seine Gegenwart genießen und mit ihm Umgang haben als dem Haupt ihrer Familie. Doch sie sahen in ihm nur die Allseele (und nicht die höchste Person als Liebenden und Geliebten).

10. Durch die Maya der göttlichen Person waren sie und viele andere verwirrt. Nur jene, die dem Herrn in Liebe ergeben sind, lassen sich nicht täuschen, auch nicht durch gelehrte Worte.

11. Krishna, der seine Gestalt vor den Augen aller manifestiert hatte, entschwand den Blicken jener, deren Schau nicht durch Askese geklärt ist.

12. Die Gestalt, welche er für sein Spiel in der sterblichen Welt kraft seiner Maya manifestiert hatte, offenbarte seine Wunder und seinen Reichtum und, als die Zierde aller Zierden, seine Lotosfüße.

13. Die Gestalt, in der er sich bei der Rajasuya-Opferfeier König Yudhisthiras zeigte, beglückte die Bewohner aller drei Welten. Wer sie sah, erkannte, dass sie alles übertraf, was der Schöpfer in seiner Kunstfertigkeit im materiellen Universum geschaffen hatte.

14. Die Mädchen von Vraja, deren Zuneigung Krishna durch seinen Blick und durch sein Lachen, Scherzen und Spielen gewonnen hatte, folgten ihm mit ihren Gefühlen, Blicken und Gedanken, wenn er fortging, und saßen still da, unfähig ihre Arbeiten im Hause zu verrichten.

15. Wenn die friedvollen Erscheinungsformen des Herrn durch seine anderen Erscheinungsformen bedrängt werden, nimmt der Glückliche, der Herrscher der geistigen und der materiellen Welt, welcher ungeboren ist, in seiner Barmherzigkeit Geburt an in seiner wahren göttlichen Gestalt, wie Feuer durch Reibung entsteht.

16. Ich bin betroffen darüber, wie der Ungeborene im Hause Vasudevas (das ein Gefängnis war) geboren wurde und wie er scheinbar aus Furcht vor den Feinden verborgen in Vrindavana lebte und aus Mathura floh, obgleich seine Macht grenzenlos ist.

17. Es erfüllt mich mit schmerzvoller Liebe, daran zu denken, wie er seinen Eltern zu Füßen fiel und sprach: Lieber Vater, liebe Mutter, aus großer Furcht vor Kamsa haben wir (Krishna und sein Bruder Balarama) es versäumt unsere Pflichten gegen euch zu erfüllen. Bitte vergebt uns!

18. Wer könnte, nachdem er ihn einmal gekostet hat, den Duft vom Staube der Lotosfüße Krishnas vergessen? Durch bloßes Heben seiner Augenbrauen versetzte er jenen den Todesstoß, die der Erde eine Last waren.

19. Lieber Vidura, du selbst hast gesehen, wie bei der Rajasuya-Opferfeier Sisupala, der König von Cedi, obgleich er ein Feind Krishnas war, zu vollkommener Vereinigung mit ihm gelangte, dem höchsten Ziel des Yoga. Wer könnte es ertragen von ihm getrennt zu sein? (Sisupala hatte Krishna beleidigt und wurde schließlich von ihm getötet. Die Umstehenden beobachteten, wie ein Licht aus seinem Körper austrat und in den Körper Krishnas einging.)

20. Auch die Menschen, welche auf dem Schlachtfeld von Kurukshetra kämpften, wurden gereinigt, wenn Arjunas Pfeile sie trafen, und im Anblick von Krishnas lotosgleichem Antlitz, welches die Augen erfreut, gelangten sie in seine Wohnstätte.

21. Er ist der unvergleichliche Herr der drei Welten, welcher unabhängig ist von der Gunst des Glücks, da er sich alle Wünsche erfüllen kann. Die Weltenschöpfer legen ihre Millionen von Helmen als Opfergabe zu seinen verehrungswürdigen Füßen nieder.

22. O Vidura, macht es uns, seine Diener, daher nicht bestürzt, dass er König Ugrasena, welcher auf seinem Thron saß, seine Aufwartung machte und unterwürfig zu ihm sprach: xMein Herr, ich möchte dir etwas sagenx?

23. O Weh, bei wem könnte ich Zuflucht suchen, der gnädiger wäre als Krishna, als er die Dämonin Putana, welche ihre Brust vergiftet hatte, um ihn zu töten, das Ziel erreichen ließ, indem er ihre Brust annahm (er saugte so lange, bis sie getötet war und Befreiung erlangte).

24. Ich glaube, dass die Dämonen, welche dem Herrn der drei Welten feindlich begegneten, in Wahrheit Verehrer des Glücklichen waren, denn sie hatten ihre Gedanken ganz und gar auf ihn gerichtet, und im Kampfe schauten sie ihn, auf dem Vogel Garuda sitzend mit dem Diskus in der Hand, auf sich zukommen.

25. Der Glückliche wurde auf Bitten des Ungeborenen (Brahma) zum Wohle der Erde geboren von Vasudevas Gemahlin Devaki in der Gefangenschaft durch Kamsa, den König der Bhojas.

26. Danach wurde er von seinem Vater, der sich vor Kamsa fürchtete, nach Vrindavana zu Nanda gebracht. Dort lebte er elf Jahre lang zusammen mit seinem Bruder Balarama im Verborgenen, wie eine verdeckte Flamme.

27. Gemeinsam mit den Hirtenjungen hütete der Allmächtige die Kälber und genoss es in den dicht bewaldeten Gärten am Flusse Yamuna zu spazieren, wo die Luft erfüllt war vom Zwitschern der Vögel.

28. Mit seinen kindlichen Spielen erfreute er die Augen der Bewohner von Vrindavana, und in seinem Weinen und Lachen war er bezaubernd wie ein Löwenjunges.

29. Krishna war sicherlich der Schatz der Kühe und die Quelle ihres Glücks, und während seine Gefährten, die Hirtenjungen die weißen Stiere und Kühe weideten, erfreute er sie mit dem Spiel seiner Flöte.

30. König Khamsa schickte mächtige Zauberer gegen ihn aus, die jede beliebige Gestalt annehmen konnten, doch Krishna tötete sie in seinen Spielen, wie ein Kind seine Puppen zerbricht.

31. Als die Bewohner von Vrindavana in Not waren, weil der König der Schlangen das Wasser des Flusses Yamuna, aus dem sie tranken, vergiftet hatte, ergriff Krishna ihn und vertrieb ihn. Als er aus dem Wasser kam, ließ er die Kühe trinken zum Beweis, dass das Wasser nicht mehr giftig war.

32. Krishna, der höchste Herr, lehrte Nanda, den König der Hirten, seinen Reichtum dafür zu verwenden, mit der Hilfe gelehrter Brahmanen Opfer zur Verehrung der Kühe und des Weidelandes zu feiern (anstatt wie gewohnt jährlich dem Himmelsgott Indra zu opfern).

33. Beleidigt und erzürnt ließ Indra es in Strömen regnen über Vrindavana, so dass die Bewohner in große Not kamen. O edler Vidura, der barmherzige Herr schützte das Land, indem er wie im Spiel den Hügel Govardhana als Schirm darüber hielt.

34. In mondhellen Herbstnächten genoss Krishna es durch Gesang und Tanz die Mädchen zu erfreuen, und er war der strahlende Mittelpunkt ihrer Versammlung.

Freitag, 6. Mai 2011

3.1. Viduras Fragen

1. Der erleuchtete Suka sprach: Als Vidura sein wohlhabendes Zuhause verlassen hatte und im Walde dem glücklichen Weisen Maitreya begegnete, fragte er ihn Folgendes:

2. Was ist über das Königshaus zu sagen, dem ich angehöre? Krishna, der Glückliche, der Herr über alles, ist der Minister des Reiches. Er betritt aber nicht mehr das Haus Duryodhanas (Viduras Neffe, der das Königtum usurpiert hatte).

3. Der König (Parikchit) sprach: O Meister, bitte beschreibe mir, wo und wann das Treffen zwischen Vidura und dem glücklichen Maitreya und dieses Gespräch stattfanden.

4. Mit Sicherheit sind die Fragen, welche Vidura dem Heiligen stellte, nicht unwichtig, sondern handeln von Themen, die für weise Menschen sehr bedeutungsvoll sind.

5. Suta sprach: Der große Weise Suka, welcher einen großen Schatz an Wissen besaß, war erfreut über die Frage des Königs Parikchit und begann: Bitte höre aufmerksam zu!

6. Dann erzählte er Folgendes: Einst unterstützte König Dhritarasthra, verblendet durch Anhänglichkeit, das unlautere Treiben seiner Söhne, die vom rechten Pfad abgewichen waren. Er ließ die vaterlosen Söhne seines jüngeren Bruders (Pandu) einen Palast aus Lack (leicht brennbarem Material) bewohnen und diesen dann anzünden.

7. Als vor dem versammelten Hof die Gemahlin der Göttersöhne Pandus (Draupadi) von Duhsasana beleidigt wurde, indem er sie bei den Haaren ergriff, untersagte der König seinem Sohn diese Tat nicht, obgleich Draupadi Tränen vergoss, die den roten Staub von ihrer Brust abwuschen.

8. Yudhisthira, der ohne Feinde Geborene, wurde in unfairer Weise beim Würfelspiel besiegt. Da er ein Gelübde der Wahrhaftigkeit getan hatte, ließ er sich in den Wald verbannen. Als er nach verstrichener Frist zurückkehrte und seinen Anteil am Königreich erbat, versagte Dhritarasthra, von (nicht nur körperlicher, sondern auch geistiger) Blindheit geschlagen, es ihm.

9. Auch als Krishna, der Weltenlehrer, als Gesandter Arjunas in der höfischen Versammlung erschien, wurden seine Worte nicht wie Nektar aufgenommen, was von vernünftigen Menschen zu erwarten wäre, vielmehr nahm der König sie nicht wichtig. Dies zeigte, dass von den Resten seiner Verdienste aufgrund früherer Taten nichts mehr übrig war.

10. Da wurde Vidura von seinem älteren Bruder (Dhritarasthra) zu einer Besprechung in den Palast gerufen, und er beriet ihn mit großem Scharfblick. Seine Anweisungen wurden von den Ministern hoch geschätzt.

11. (Er sprach: ) Gib jenem, der ohne Feinde geboren wurde (Yudhisthira), seinen rechtmäßigen Anteil zurück. Er und seine jüngeren Brüder haben sich nachsichtig verhalten gegenüber deinem unerträglichen Vergehen. Unter ihnen ist aber Bhima, der schwer atmend nach Rache dürstet wie eine Schlange. Du hast allen Grund seinen Zorn zu fürchten.

12. Krishna, der Glückliche, der Herr der Befreiung, welcher von den Brahmanen und Göttern verehrt wird, hat die Söhne Kuntis als seine Verwandten angenommen und sich mit ihnen verbündet zusammen mit den Yadus, die unzählige Könige besiegt (und ihre Töchter geheiratet) haben und ihn als ihren Herrn verehren.

13. In deinem Hause leben das Verbrechen und die Feindschaft gegen den Höchsten in der Person Duryodhanas, deines Sohnes, auf den du große Stücke hältst. Seine Gegnerschaft zu Krishna kann nur Unglück bringen. Beende diesen unheilvollen Zustand sofort um deiner Familie willen.

14. Bei diesen Worten beschimpfte Duryodhana, hochrot vor Zorn und mit bebenden Lippen, den wegen seiner guten Eigenschaften respektierten Vidura. Bei ihm waren Karna, seine jüngeren Brüder und Sakuni, sein Onkel mütterlicherseits.

15. (Er sprach: ) Wer hat diesen hierher gerufen, den korrupten Sohn einer Bediensteten? Er ist auf der Seite der Feinde derer, die ihn groß gefüttert haben. Werft ihn sofort aus dem Palast und lasst ihm nichts außer seinem Atem!

16. Vidura legte seinen Bogen an der Tür ab und verließ den Palast seines Bruders. Obwohl die Pfeile dieser Worte ihn im innersten Herzen verletzt hatten, war er frei von Betrübnis, denn er sah die Hand des Höchsten in diesem Vorkommnis.

17. Als er die Kuru-Dynastie und ihre Hauptstadt Hastinapura verlassen hatte, nahm er in Frömmigkeit Zuflucht bei den Füßen des Herrn und begab sich auf Pilgerschaft zu den Orten, wo er in tausenderlei Gestalten verehrt wird, in der Absicht ein dem Herrn wohlgefälliges Leben zu führen.

18. Nur den Höchsten vor Augen, pilgerte er zu geheiligten Orten und Landschaften, wo die Luft, die Berge und die Gärten voller Frömmigkeit sind und das Wasser der Flüsse und Seen rein von Sünde und wo heilige Zeichen den Grenzenlosen offenbaren.

19. Er durchwanderte die Welt in Reinheit und Unabhängigkeit, allein und unerkannt, geheiligt durch die Erde, auf die er sich zum Schlafen niederlegte, ohne äußeren Schmuck, gekleidet als ein Bettler, der dem Herrn wohlgefällige Gelübde abgelegt hat.

20. So kam er nach langer Pilgerreise durch Indien auch nach Prabhasa, von wo aus Yudhisthira zu der Zeit durch die Gnade des unbesiegbaren Krishna das ganze Erdenrund regierte unter einer Flagge.

21. Dort vernahm er, dass alle seine Verwandten den Tod gefunden hatten in einem erbitterten Krieg miteinander, so wie ein Wald niederbrennet, wenn die Bambusstämme sich durch ihre Reibung aneinander entzünden. Da wandte er sich schweigend westwärts zum Flusse Sarasvati.

22. Am Ufer des Flusses besuchte er elf Pilgerstätten (es folgt eine Liste der Namen) und verrichtete dort die Rituale.

23. Es gab dort auch noch weitere Pilgerstätten, die durch große Brahmanen errichtet worden und verschiedenen Gottheiten geweiht waren. Alle verehrten sie unter verschiedenen Gestalten Vishnu, den Herrn von allem, und alle Tempel trugen, von weitem erkennbar, sein Zeichen und erinnerten so immer an Krishna.

24. Von dort aus durchwanderte Vidura auch die wohlhabenden Provinzen Sura, Sauvira, Matsya und Kurujangala und gelangte nach einiger Zeit an das Ufer des Flusses Yamuna. Dort traf er Uddhava, den großen Verehrer des Glücklichen.

25. Er begrüßte und umarmte mit tief empfundener Liebe den getreuen, friedvollen Gefährten Krishnas, welcher ein anerkannter Schüler Bhraspatis gewesen war, und fragte ihn nach dem Ergehen der Familie des Glücklichen.

26. Sind die göttlichen Personen (Krishna und sein Bruder Rama), welche auf Bitten Brahmas, des Lotosgeborenen, hier auf der Erde zum Heile aller inkarnierten, wohlauf im Hause Surasenas?

27. O Uddahva, geht es auch dem größten Freund der Kurus, unserem Schwager Vasudeva (Krishnas Vater) gut, der wahrlich wie ein Vater zu seinen Schwestern ist und sehr großzügig und gefällig zu seinen Gemahlinnen?

28. Bitte sage mir auch, o Uddahva, ob der oberste Feldherr der Yadus, Pradyumna, glücklich ist, der große Held, welcher im vorigen Leben der Gott der Liebe war und dem Glücklichen von Rukmini geboren wurde durch die Gnade der Brahmanen, die sie zufriedengestellt hatte.

29. Und ist auch Ugrasena wohlauf, der König der Satvatas, dem Krishna zu seinem Thron verholfen hat, nachdem er (wegen Kamsa) alle Hoffnung darauf verloren und ins Exil gegangen war?

30. O Würdiger, geht Samba, dem Sohn des Herrn, gut? Er, der Angesehenste und Beste unter den Kriegern, gleicht ihm sehr. Jambavati, reich an Gelübden, gebar ihn, nachdem er im vorigen Leben Karttikea, ein Sohn der Gemahlin Shivas, war.

31. Und wie geht es Satyaki, der die Geheimnisse der Waffenkunst von Arjuna lernte und durch den Dienst an der höchsten Wahrheit das transzendente Ziel erreichte, welches selbst für große Asketen nur schwer zu erlangen ist?

32. Was ist mit dem hoch gelehrten, makellosen Sohn Svaphalkas, Akrura, der dem Glücklichen ergeben ist und vor lauter Liebe das Gleichgewicht verlor und in den Staub der Straße fiel, in welchem die Fußspuren Krishnas sich abzeichneten?

33. Ist alles gut mit Devaki, der Tochter des Königs Devaka-Bhoja, welche die Inkarnation Vishnus gebar, gleich Adititi der Mutter der Götter? In ihrem Leib trug sie den höchsten Herrn, wie in den Veden die Opfer enthalten sind.

34. Ich möchte auch von dir wissen, ob Aniruddha glücklich ist, der Erfüller aller Wünsche der Frommen, welcher von je her verehrt wird als der Ursprung des Rig Veda, das vierte transzendente Prinzip und der Schöpfer des Gemüts.

35. O Edler, befinden sich auch die anderen wohl, die Krishna, den Herrn, gläubig als das absolute Selbst verehren, wie zum Beispiel Hridika, Carudeshna, Gada und der Sohn Satyabhamas?

36. Regiert Yudhisthira nun das Königreich nach den Prinzipien der Rechtschaffenheit und der Veden, geschützt durch die Waffen Arjunas und Krishnas? Duryodhana neidete ihm so sehr sein Königtum, seinen Reichtum und den Dienst Arjunas.

37. Und ließ der unbesiegbare Bhima, der wie eine Kobra ist, seinem lang gehegten Zorn gegen die Übeltäter freien Lauf? Das Schlachtfeld erbebte unter seinen Tritten, wenn er seine Keule auf wunderbar kunstreiche Weise spielen ließ.

38. Geht es Arjuna gut, dem Berühmtesten unter den großen Wagenkämpfern, welcher mit seinem Bogen Ghandiva die Feinde vernichtete? Einmal stellte er Shiva zufrieden, indem er ihn, der in der Verkleidung eines Jägers zu ihm kam, mit Pfeilen bedeckte. (Shiva, in der Gestalt eines Jägers, fing Streit an mit Arjuna um einen erlegten Eber, um seine Kampfkunst zu prüfen. Zufriedengestellt, segnete er Arjuna und gab ihm die Pasupati-Waffe.)

39. Spielen die Zwillingssöhne Kuntis (Nakula und Sahadeva) wohl behütet von den Schilden ihrer Brüder, so wie die Augen von den Lidern behütet sind? Ihre älteren Brüder gewannen im Kampf für sie ihr rechtmäßiges Königtum zurück von ihrem Feind Duryodhana, so wie Garuda (der Vogel, der Vishnu trägt) den Nektar aus dem Munde Indras zurückholte.

40. O Herr, ist Kunti noch am Leben? Sie hat nur um ihrer vaterlosen Kinder willen weiter gelebt, sonst wäre es ihr nicht möglich gewesen ohne ihren Gemahl König Pandu zu leben (anstatt sich mit ihm verbrennen zu lassen), der ein heldenhafter Feldherr war und nur mit Hilfe eines zweiten Bogens das Land in allen vier Himmelsrichtungen eroberte.

41. O Edler, ich bemitleide Dhritarastra, dass er so tief fallen konnte, sich gegen seinen verstorbenen Bruder zu erheben. Mich, der ich ihm aufrichtig wohl gesonnen bin, trieb er aus seinem Hause, da er den Absichten seiner Söhne folgte.

42. Daher reise ich unerkannt durch diese sterbliche Welt, und durch die Gnade des Herrn schaue ich seine Herrlichkeit, ohne zu zweifeln, auch dort, wo andere Menschen verwirrt sind.

43. Sicherlich hätte der Glückliche, welcher immer bereit ist das Leiden der Unterdrückten zu lindern, die Kurus sofort wegen ihrer Vergehen strafen können. Der Herr wartete aber damit, bis er durch sie alle Könige unterworfen und getötet hatte, die, verblendet durch die drei Arten von Stolz (auf Reichtum, auf Geltung, auf Geburt), die Erde immer wieder mit Krieg überzogen.

44. Der Ungeborene erschien, um die Übeltäter zu vernichten. Der Nicht-Handelnde handelte, so dass alle es verstehen können. Warum sonst sollte er, der transzendent ist, einen Körper annehmen und sich den Qualitäten der Natur unterwerfen, sogar auch dem Gesetz von Ursache und Wirkung?

45. O mein Freund, singe das Lob des Herrn, der an allen Pilgerstätten verehrt wird! Der Ungeborene wurde in der Familie der Yadus geboren, um sich die Herrscher aller Welten zu unterwerfen zum Heile derer, die ihm ergeben sind.