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Ich freue mich über Ihr Interesse an der "Kostbaren Geschichte vom Glücklichsein".
Die Übersetzung ist noch im Entstehen und wird laufend fortgesetzt.

Das Srimad Bhagavatam


Das "Srimad Bhagavatam" gilt als das bedeutendste und umfassendste indische Buch heiliger Geschichten. In der heute vorliegenden Fassung soll es aus dem 9. oder 10. Jh. unserer Zeitrechnung stammen. Als Verfasser wird Vyasa genannt.
Dieses Buch erfüllt mich mit solcher Begeisterung, dass ich angefangen habe daraus zu übersetzen. Das ist für mich die intensivste Form der Beschäftigung mit einem Text.
Es ist eine Liebhaber-Übersetzung, keine akademische oder professionelle.
Sie hält sich an den Sanskrit-Originaltext.

„Der Glückliche“ ist die Bezeichnung für die Wirklichkeit, nicht als unpersönliches Prinzip, sondern in Person, sowie für die Inkarnationen dieser transzendenten Person, z.B. als Rama oder Krishna.
Auch die Verehrer dieser Person und ihrer Inkarnationen und das Buch der Erzählungen werden „glücklich“ genannt.
Sanskrit "Bhagavan" kann wiedergegeben werden mit: Gesegneter, Erhabener, Gott, Herr, Glücklicher, Verehrungswürdiger, Liebenswerter.
Ich übersetze mit "der Glückliche", weil dieser Begriff allgemein akzeptiert ist, unabhängig von Auffassung oder Religion. Jeder kann sich unter "glücklich" etwas vorstellen, jeder möchte es sein, und jeder merkt selbst, ob er es ist.
"Srimad" finde ich wiedergegeben mit: schön, reich, wertvoll.
Darum nenne ich meine Übersetzung des Srimad Bhagavatam
Die kostbare Geschichte vom Glücklichsein

Sonntag, 18. Juli 2010

1.1. Fragen der Weisen

1. OM. Verehrung dem Glücklichen, Krishna, dem Sohn Vasudevas.
Lasset uns meditieren über ihn, der die direkte und indirekte Ursache von Erschaffung, Erhaltung und Zerstörung der Universen ist, vollkommen wissend um ihre Ziele und dabei vollkommen unabhängig von ihnen. Er pflanzte dem Ersten der geschaffenen Wesen das vedische Wissen ins Herz, ohne das selbst die Götter und Weisen unwissend wären. Er lässt aus Feuer, Wasser und Erde sowie dem Gesetz von Ursache und Wirkung durch die drei Arten des Erschaffens die sichtbaren und die transzendenten Welten erscheinen, als ob sie wirklich seien, wobei er ewig selbstgenügsam, frei von Illusion, als die absolute Wahrheit verbleibt.

2. In dieser schönen Geschichte vom Glücklichsein wird jede Praxis verworfen, der es um das Erzielen von Ergebnissen zu tun ist. Demgegenüber ist die höchste Hingabe dargestellt, wie sie von jenen verstanden wird, die ein ganz und gar reines Herz haben. Sie wurde erzählt von Vyasa, dem großen Weisen, und ist das Heilmittel, welches das dreifache Leiden (verursacht durch einen selbst, durch andere und durch die Natur) mit der Wurzel ausreißt. Was braucht es noch andere Geschichten? Wenn diese eine mit Andacht erzählt und gehört wird, ist sofort der höchste Herr im Herzen erfahrbar.

3. Sie ist die reife Frucht vom Wunschbaum der vedischen Literaturen, die sich aus dem Munde von Suka, dem Sohn Vyasas, manifestiert hat wie in jeder Hinsicht vollkommener, süßer Nektar. O ihr Verständigen und Aufmerksamen auf Erden, die ihr eine reife Frucht zu schätzen wisst, genießt immer, bis zu eurer Befreiung und darüber hinaus, die köstliche Geschichte vom Glücklichsein.

4. Im Walde von Naimisharanya, einem besonderen Lieblingsplatz Vishnus (dessen,der niemals seine Augen schließt), feierten Weise, angeführt von Saunaka, ein tausendjähriges Opfer für den Herrn des Himmels und für seine Getreuen auf Erden.

5. Eines Tages, nach dem morgendlichen Entzünden des Opferfeuers, stellten die Weisen dem Suta, der auf einem Ehrenplatz saß, voller Respekt folgende Fragen:

6. Von dir, der du frei von allen Lastern bist und ohne Zweifel vertraut mit den Puranas (bildhafte Erzählungen als Anhänge zu den Veden) und historischen Berichten, wird gesagt, du seiest auch sehr belesen in den Weisheitsschriften und wüsstest sie sehr gut zu erläutern.

7. O Suta, als der Älteste unter den Gelehrten der Veden kennst du den glücklichen Vyasa und auch die anderen Weisen, die sehr bewandert sind im Wissen über das Physische und Metaphysische.

8. Dir, der du rein und einfach bist, haben jene Weisen, als ihrem demütigen Schüler, alle die Geheimnisse in Gnade anvertraut, in deren Besitz sie sich befinden.

9. Bei deiner Güte sei daher, mit Wünschen für ein langes Leben in Wohlbefinden, gebeten uns zu erklären: Was kannst du uns mit Gewissheit sagen, welches das für alle Menschen höchste und letzte erstrebenswerte Gut ist?

10. Fast immer in ihrem bedauerlich kurzen Leben sind die Menschen in diesem Kali-Yuga (Zeitalter der Zwietracht) träge, fehlgeleitet, unglücklich und in höchstem Maße verwirrt.

11. Es gibt so viele unterschiedliche Vorschriften, die von den verschiedenen Systemen gelehrt werden. Darum, o Weiser, teile uns zum Wohle aller lebenden Wesen aus dem Schatz deines Wissens mit, was das Wesentliche ist, wodurch die Seele vollkommen zufrieden gestellt wird.

12. Sei gesegnet, Suta, du weißt, mit welcher Absicht der Glückliche (Krishna), der Beschützer derer, die reinen Herzens sind, geboren wurde von Devaki als Sohn Vasudevas.

13. Bitte erläutere uns, die es danach verlangt, seine Inkarnationen gemäß der Lehre der Alten und zum Wohle und zur geistigen Erhebung aller lebenden Wesen.

14. Verstrickt in das verwirrende Gestrüpp von Geburt und Tod, erlangt jeder sofort Befreiung daraus, der, und wenn auch nur unbewusst, den Namen (Krishnas) singt, den sogar die Furcht selbst fürchtet.

15. O Suta, die Gemeinschaft mit großen Weisen, welche dem Dienst des Höchsten hingegeben sind und zu seinen Lotosfüßen Zuflucht gesucht haben, heiligt sofort, während das Wasser des Ganges dies erst nach längerer Anwendung tut.

16. Wer, der Befreiung von der Lastern des Kali-Yuga sucht, möchte nicht gerne von den vortrefflichen, verehrungswürdigen, ruhmreichen Taten des Glücklichen hören?

17. Seine transzendenten Großtaten wurden bereits verkündet von heiligen Seelen. Bitte erzähle uns, die wir mit respektvoller Bereitschaft zuhören, auch von seinen Betätigungen in seinen Inkarnationen.

18. Beschreibe uns, o Weiser, in Geschichten die glückverheißenden Taten und Abenteuer, die der Herr in den verschiedenen Inkarnationen der göttlichen Person vollbrachte.

19. Wir, die wir in fortlaufendem Hören der Erzählungen ihren Wohlgeschmack kennen lernen und Schritt für Schritt genießen möchten, können nie genug bekommen von den Abenteuern der mit Gebeten verehrten göttlichen Person.

20. Krishna, der Glückliche, erschien zusammen mit Balarama, seinem älteren Bruder, in menschlicher Gestalt auf der Bühne des Lebens und sie vollbrachten übermenschliche Taten.

21. Da wir wissen, dass nun das Kali-Yuga beginnt, haben wir uns zu einer langen Opferfeier an diesem Ort der Andacht versammelt und haben viel Zeit den Erzählungen über den Herrn zuzuhören.

22. Die Vorsehung hat es gefügt, dass wir dich getroffen haben, der du jene Menschen, die ans andere Ufer gelangen wollen, wie ein Kapitän auf einem Schiff im Ozean durch das unüberwindliche Kali-Yuga steuern kannst, welches so bedrohlich ist für den guten Charakter.

23. Bitte sage uns, bei wem rechtschaffene Menschen in der heutigen Zeit Schutz suchen können, da Krishna, der Herr des Yoga, die absolute Wahrheit und der Beschützer der Rechtschaffenheit, in seine jenseitige Heimat zurückgekehrt ist.

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